Das Girokonto

Für viele Menschen ist der bargeldlose Zahlungsverkehr, wie er beispielsweise beim Girokonto abgewickelt wird, ein Relikt der Neuzeit. Fragt man dich nach deiner Einschätzung, wie lange es dieses System bereits gibt, schätzt du den Zeitraum in der Regel auf maximal 30 Jahre.

Falsch gedacht! Verfolgt man die Geschichte des Giroverkehrs, so entdeckt man, dass bereits im 11. Jahrhundert ähnliche Verfahren existierten. Schon damals gab es Konten, über die die Menschen Gutschriften und Lastschriften abwickelten und somit am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnahmen. Allerdings stand diese Möglichkeit meist nur Privilegierten und reichen Adligen zur Verfügung, das gemeine Volk musste die in Anspruch genommenen Waren und Dienstleistungen auch weiterhin mit Bargeld bezahlen.

Es sollte schließlich bis ins ausgehende Mittelalter dauern, als Kaufleute die Verrechnung von Kaufpreisen über spezielle Konten schließlich flächendeckend einführten. Doch auch dabei handelte es sich zunächst um ein Modell, das nur wenigen vertrauenswürdigen Personen vorbehalten war. Dennoch: Der Anfang war gemacht, und das viel versprechende System wurde nach und nach immer weiter verfeinert und ausgeweitet.

In Deutschland nahm der bargeldlose Zahlungsverkehr durch die Gründung der Hamburger Bank an Fahrt auf. Allerdings gerieten auch hier die Anfänge im 17. Jahrhundert recht holprig, viele Menschen trauten den bargeldlosen Zahlungen noch nicht und verfolgten weiterhin das Motto: „Nur Bares ist Wahres“. Wohlhabende Bürger gewöhnten sich indes schnell daran, für sie war es bereits im 17. und 18. Jahrhundert normal, Rechnungen beim Kaufmann oder bei Dienstleistern nicht mehr mit Bargeld zu bezahlen.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, in den 50er-Jahren, verabschiedete sich die bis dahin genutzte Lohntüte aus dem Gebrauch, fortan erhielten sogar einfache Arbeiter und Hilfskräfte ihre Löhne durch die Überweisung auf ein Girokonto ausgezahlt. Nun verbreiteten sich die neuen Girokonten rasend schnell in Deutschland und Europa, der Erfolg war nicht mehr aufzuhalten.

Heute ist es völlig normal, einen Großteil der alltäglichen Einkäufe und Erledigungen mittels einer EC- oder Kreditkarte zu bezahlen, und auch andere, regelmäßige Zahlungen wie Mieten, Versicherungsbeiträge oder Renten laufen fast immer bargeldlos ab. Mittels der mittlerweile obligatorischen Kreditkarte ist auch das Einkaufen im Internet oder auf Reisen im Ausland mittlerweile überhaupt kein Problem mehr. Der Kunde ist die völlige finanzielle Flexibilität inzwischen gewöhnt, so verfügt ein Großteil der Deutschen beispielsweise über einen Dispositionsrahmen auf dem Girokonto, sozusagen ein flexibler Kredit, der ganz nach Wunsch genutzt und wieder zurückgezahlt werden kann.

Die große Anzahl der Anbieter und die vielen unterschiedlichen Kontomodelle bringen jedoch auch ebenso großen Informationsbedarf mit sich. Es kann also niemandem schaden, sich einmal ausführlich über alle Gegebenheiten und Features eines Girokontos zu informieren. Diese Infos haben wir in den folgenden Artikeln für dich zusammengestellt.

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Jakob ist Autor von Finanzgrundlagen.de

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