In Deutschland entscheiden sich immer mehr Menschen für einen ETF-Sparplan, weil er eine einfache und gut überschaubare Möglichkeit bietet, über viele Jahre hinweg ein solides Vermögen aufzubauen. Seit 2024 hat dieser Trend deutlich Fahrt aufgenommen, man begegnet ihm inzwischen fast überall. 2026 könnten noch mehr Neueinsteiger dazukommen, manche vorsichtig, andere überraschend mutig. Dieser Leitfaden erklärt, wie man sicher beginnt, typische Anfängerfehler vermeidet und steuerliche Vorteile wie Freistellungsaufträge oder die Abgeltungssteuer klug nutzt.
Warum ein ETF-Sparplan für Einsteiger ideal ist
Ein ETF-Sparplan bedeutet im Grunde: Jeden Monat wird automatisch ein fester Betrag in einen oder mehrere börsengehandelte Indexfonds (ETFs) investiert. Wie hoch der Betrag ist, bestimmen Sie selbst, den Kauf der Anteile übernimmt Ihr Broker. Mal sind die Kurse hoch, mal niedriger, genau hier wirkt der Cost-Average-Effekt. Über längere Zeit pendelt sich der Durchschnittspreis oft ein und verringert das Risiko, alles auf einmal zu einem schlechten Kurs anzulegen, etwas, das bei spontanen Käufen leicht passieren kann. Wer geduldig Vermögen aufbauen will, findet darin meist eine stressarme und verlässliche Methode.
Das Praktische: Ist der Sparplan einmal eingerichtet, läuft er einfach weiter. Nur ab und zu lohnt es sich, einen Blick auf die Entwicklung zu werfen. ETFs sind durchschaubar, jederzeit lässt sich sehen, welche Unternehmen enthalten sind, zum Beispiel Apple, Nestlé oder Siemens. Schon kleine Beträge ab 25 Euro im Monat reichen, um loszulegen, auch ohne Vorkenntnisse an der Börse.
Gerade wenn es Rückschläge am Aktienmarkt gab, hat es die Anleger nicht nervös werden lassen, sondern die gesunkenen Kurse haben diese zu einem günstigeren Einstieg und mehr ETF-Käufen veranlasst.
Für alle, die nicht ständig Kurse prüfen möchten, ist das eine entspannte Möglichkeit, investiert zu bleiben. Wer lange dabei bleibt, profitiert vom Zinseszinseffekt: Gewinne und Ausschüttungen werden automatisch wieder angelegt, und über viele Jahre kann daraus ein erstaunlich hoher Betrag werden.
Der Boom der ETF-Sparpläne in Deutschland
Zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 stieg die Zahl der ETF-Sparpläne in Deutschland deutlich, um rund 500.000, und erreichte am Ende 5,4 Millionen. Immer mehr Leute entdecken diese unkomplizierte Möglichkeit, ihr Geld anzulegen, oft nachdem sie andere, eher langsame Optionen gesehen haben. Laut dem “Global ETF Outlook 2025” von State Street flossen allein 2024 netto 15,6 Milliarden Euro in solche Sparpläne (Quelle). Für viele ist das ein klares Zeichen, dass sich hier ein stabiler Trend entwickelt.
Warum passiert das? Digitale Broker und Banking-Apps haben den Einstieg in den Aktienmarkt so einfach gemacht, dass es fast spielerisch wirkt. Die lange Zeit mit sehr niedrigen Zinsen hat viele dazu gebracht, sich nach besseren Renditechancen umzusehen. Und Informationen sind heute leicht zugänglich, von Online-Kursen über YouTube-Videos bis zu Social-Media-Gruppen und Podcasts, oft sogar kostenlos. Laut einer ING-Studie zahlen deutsche ETF-Sparer im Schnitt etwa 150 Euro pro Monat ein, eine Summe, die für viele Haushalte machbar ist, auch wenn sie je nach Lage stark variieren kann.
| Jahr | Anzahl ETF-Sparpläne | Nettozuflüsse |
|---|---|---|
| 2024 | 9,5 Mio. | 15,6 Mrd. € |
| 2025 | 5,4 Mio. | n/a |
Etwa ein Drittel aller ETF-Anleger ist jünger als 35 Jahre. Außerdem investieren immer mehr Frauen und Menschen mit einem Jahreseinkommen unter 30.000 Euro. Das zeigt: ETFs sind längst nicht nur etwas für Wohlhabende. Sie passen zu ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, vom Berufseinsteiger, der gerade anfängt, bis zum erfahrenen Investor, der seinem Portfolio bewusst mehr Vielfalt gibt, um es ein Stück zu verbessern.
ETFs sind in Deutschland besonders beliebt, die Deutschen fühlen sich hier so gut informiert über die Produkte wie in keinem anderen europäischen Land.
Schritt-für-Schritt: ETF-Sparplan 2026 entspannt und gut gelaunt starten
1. Das richtige Depot für Ihren ETF-Sparplan wählen
Ohne ein Wertpapierdepot kann man mit einem ETF-Sparplan nicht loslegen, das ist fast immer der erste Schritt. Es lohnt sich genauer hinzuschauen, denn manche Anbieter haben weniger ETFs im Angebot, als man denkt. Direktbanken und Neobroker sind oft günstig, besonders mit kostenlosen Ausführungen. Eine einfache Plattform mit App macht den Alltag leichter, vor allem mit Funktionen wie einem klaren Sparplan-Überblick oder anpassbaren Preisalarmen. Nützlich ist auch automatisches Rebalancing, weil man dann nicht ständig selbst nachjustieren muss, das spart Zeit und Nerven. Weitere Tipps finden Sie auch im Finanzgrundlagen Blog.
2. Breit diversifizieren mit Ihrem ETF-Sparplan
Welt-ETFs wie der MSCI World oder der FTSE All World enthalten meist Aktien aus vielen verschiedenen Ländern und Branchen, sodass du dir das lange Suchen oft sparen kannst. Dadurch wird das Risiko meist besser verteilt. Wenn du Schwankungen ausgleichen willst, kannst du je nach Risikotyp auch Anleihen-, Immobilien- oder Rohstoff-ETFs dazu nehmen, diese bringen oft eine andere Bewegung ins Portfolio. Ein einfacher Ansatz, der oft erstaunlich stabil läuft.
3. Sparrate für den ETF-Sparplan festlegen
Starte am besten mit einem Betrag, der gut zu deinem Budget passt und dich nicht stresst. Schon 25 oder 50 Euro im Monat können nach einer Weile spürbare Ergebnisse bringen. Wer regelmäßig einzahlt, sieht, wie das Guthaben von Monat zu Monat wächst. Den Betrag kannst du später leicht ändern, zum Beispiel wenn dein Gehalt steigt oder du einen Bonus, eine Steuererstattung oder anderes Extra-Geld bekommst.
4. Steuerliche Vorteile beim ETF-Sparplan nutzen
Am einfachsten ist es oft, direkt bei der Bank einen Freistellungsauftrag einzurichten, so bleiben Kapitalerträge bis 1.000 Euro im Jahr steuerfrei, was sich im Alltag deutlich bemerkbar macht. Viele finden auch die Teilfreistellung bei Aktien-ETFs interessant, weil sie sich oft finanziell lohnt. Wer früh klärt, wie Ausschüttungen oder Kursgewinne am Ende besteuert werden, erspart sich später diese unangenehmen „Oh nein“-Überraschungen. Mehr dazu im Guide zu Kapitalerträgen und Steuern.
5. Langfristig mit dem ETF-Sparplan denken
Plane ruhig eine Anlagedauer von mindestens zehn Jahren, wirkt lang, zahlt sich aber oft aus. Noch entspannter ist es, wenn du deutlich länger investierst, da übliche Kursschwankungen dann weniger stressen. Über viele Jahre sind Aktienmärkte meiner Erfahrung nach meist klar gestiegen, besonders bei Anlegern, die geduldig bleiben und nicht ständig ängstlich verkaufen.
Häufige Fehler beim ETF-Sparplan von Einsteigern
Viele fangen mit dem Investieren voller Energie an, und merken später, dass dieser schnelle Start nicht immer zu einem langfristigen Plan passt. Wenn der Kurs nicht bald steigt, wird der ETF manchmal schon nach wenigen Wochen oder Monaten ausgetauscht. Das untergräbt oft die Idee, über Jahre investiert zu bleiben. Auch Schlagzeilen haben Einfluss: Plötzliche Nachrichten oder starke Kursbewegungen führen leicht zu spontanen Käufen oder Verkäufen, meist ohne klare Strategie. Das passiert öfter, als man denkt.
Ein typischer Fehler ist auch, zu viele ETFs ins Depot zu legen. Am Anfang wirkt das wie clevere Streuung, doch oft entstehen unnötige Überschneidungen und ein unübersichtlicher Mix. Zwei bis vier gut gewählte Fonds reichen meist völlig. Laufende Kosten werden schnell übersehen, selbst kleine TER-Unterschiede summieren sich über Jahre. Darum lohnt es sich, hin und wieder zu prüfen, ob der ETF noch den gewünschten Index abbildet. Und für plötzliche Ausgaben wie Autoreparaturen oder kaputte Geräte ist ein Bargeldpuffer oft die beste Lösung.
Nachhaltigkeit und ESG-ETFs im ETF-Sparplan
Immer mehr Anleger achten bei ihren Investments nicht nur auf die Rendite, sondern auch darauf, welche Wirkung ihr Geld haben kann, oft mit dem Ziel, ethische Werte und finanzielle Ziele zusammenzubringen. ESG-konforme ETFs richten sich nach klaren Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien wie CO₂-Ausstoß, faire Arbeitsbedingungen oder offene Unternehmensführung. Für viele fühlt es sich besser an, wenn das Kapital nicht in Projekte mit zweifelhaftem Ruf fließt, und neue gesetzliche Regeln könnten diesen Markt bald noch interessanter machen.
Neben klassischen ESG-Screened-ETFs gibt es Themenfonds, die gezielt auf erneuerbare Energien, Wasserinfrastruktur oder soziale Projekte setzen, Bereiche, die oft ein gutes langfristiges Wachstumspotenzial zeigen. Studien zeigen, dass solche Anlagen in den letzten Jahren häufig ähnlich gut oder sogar besser abgeschnitten haben als traditionelle Investments. Für Einsteiger ist das praktisch: ein ETF, breite Streuung und Werte, die man unterstützen möchte.
Ein Beispiel: Ein MSCI World ESG Screened ETF sortiert Unternehmen aus, die festgelegte Nachhaltigkeitsstandards nicht erfüllen, etwa Hersteller umstrittener Waffen oder Firmen mit schweren Umweltverstößen. So bleibt das Portfolio breit aufgestellt, während persönliche Werte berücksichtigt werden, eine Kombination, die man sonst nicht so leicht findet.
Zukunftsausblick: ETF-Sparplan-Trends 2026
Aktive ETFs, eine Mischung aus passivem Investieren mit etwas zusätzlicher Steuerung, werden laut Experten wohl immer beliebter, besonders bei Menschen, die nicht komplett passiv anlegen möchten. Interessant ist, dass die Zahl der ETF-Sparpläne voraussichtlich weiter steigen wird, unterstützt durch Neobroker, praktische Apps und smarte digitale Angebote, die den Einstieg sehr einfach machen. Künstliche Intelligenz sorgt oft dafür, dass Pläne persönlicher werden, zum Beispiel durch automatische Anpassungen an verschiedene Lebensphasen oder schnelle Reaktionen auf schwankende Märkte. Manche glauben sogar, dass Sparpläne bald direkt in Haushaltsbuch-Apps integriert sind, alles an einem Ort, besonders bequem. Der weltweite ETF-Markt wächst stark: Im ersten Halbjahr 2025 flossen rund 0,9 Billionen USD, etwa ein Viertel mehr als 2024. Fractional Investing legt ebenfalls zu, da so auch kleine Budgets Anteile hochwertiger ETFs kaufen können.
Ihr Weg zum Börsenerfolg mit dem ETF-Sparplan
Wer 2026 starten möchte, könnte mit einem ETF-Sparplan gut fahren, oft eine bewährte und entspannte Möglichkeit, Schritt für Schritt Vermögen aufzubauen. Besonders nützlich sind breit gestreute ETFs, die verschiedene Branchen und Länder abdecken, sodass einzelne Schwankungen weniger Einfluss haben. Steuerliche Vorteile wie eine mögliche Freistellung von der Abgeltungssteuer können den Gewinn etwas erhöhen. Nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl und passen Sie später bei Bedarf an. Ein kurzer Rückgang am Markt ist meistens kein Grund, vorschnell zu verkaufen.
Parallel sollte Ihr Wissen über Finanzen wachsen. Sie werden merken, dass gute Bücher oft mehr Tiefe bieten als schnelle Online-Tipps. Seriöse Finanzblogs geben aktuelle Anregungen, und Gespräche mit erfahrenen Anlegern liefern oft praktische Ideen. Legen Sie klare Ziele fest, zum Beispiel für Altersvorsorge, Notgroschen oder größere Anschaffungen, und prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr Plan zu Ihrer Lebenslage passt.
Mit Geduld und einem klaren Plan wird ein ETF-Sparplan oft zu einem sinnvollen Schritt. Lassen Sie Zeit und Zinseszins für sich arbeiten, und starten Sie, sobald Ihr Konzept steht.
