Der renommierte Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich hat angekündigt, sein Werk in Lüneburg bis spätestens Ende März 2027 zu schließen. Diese Entscheidung betrifft direkt 160 Mitarbeiter, während weitere 125 Stellen in den Bereichen Konstruktion und Verwaltung erhalten bleiben. Insgesamt werden in Deutschland rund 500 Arbeitsplätze abgebaut, was Teil eines globalen Sparprogramms ist, bei dem weltweit etwa 1.000 Stellen gestrichen werden sollen.
Hintergrund der Entscheidung
Wirtschaftliche Herausforderungen
Trotz eines Überschusses von 289 Millionen Euro im Jahr 2024 sieht sich Jungheinrich mit wachsendem Preisdruck konfrontiert. Kunden tendieren zunehmend zu günstigeren Maschinen und Geräten, insbesondere aus Asien, was den Umsatz des Unternehmens belastet.
Auswirkungen auf die Mitarbeiter
Die Schließung des Lüneburger Werks betrifft direkt 160 Beschäftigte. Für die verbleibenden 125 Stellen in Konstruktion und Verwaltung wurde eine Lösung gefunden. In Norderstedt, wo rund 1.500 Mitarbeiter tätig sind, sollen ebenfalls Arbeitsplätze im dreistelligen Bereich abgebaut werden. In der Hamburger Zentrale mit mehr als 1.200 Beschäftigten ist ein Abbau im zweistelligen Bereich geplant.
Reaktionen der Gewerkschaft
Die IG Metall kritisierte die Entscheidung scharf und bezeichnete die Schließung des Lüneburger Werks als „Tabubruch“. Die Gewerkschaft fordert den Erhalt aller Standorte und wirft der Unternehmensführung vor, die Wachstumsziele auf Kosten der Beschäftigten zu verfolgen.
Maßnahmen des Unternehmens
Sozialplan und Unterstützung
Jungheinrich hat in Zusammenarbeit mit der IG Metall einen Sozialplan entwickelt, der Abfindungen und die Einrichtung einer Transfergesellschaft umfasst. Diese Maßnahmen sollen den betroffenen Mitarbeitern den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse erleichtern.
Zukunftsperspektiven für die Region
Trotz der Schließung des Werks in Lüneburg bleiben mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze in der Region erhalten. Die Stadt Lüneburg und die Unternehmensführung stehen in engem Austausch, um alternative Nutzungsmöglichkeiten für den Standort zu finden und die wirtschaftliche Stabilität der Region zu sichern.
Fazit
Die Entscheidung von Jungheinrich, das profitable Werk in Lüneburg zu schließen und 500 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen, ist eine Reaktion auf den zunehmenden Preisdruck im Markt für Gabelstapler und Lagertechnik. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bemüht sich das Unternehmen, sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter zu finden und den Standort Lüneburg langfristig zu erhalten. Die Reaktionen der Gewerkschaft und der Stadt Lüneburg unterstreichen die Bedeutung dieses Schrittes für die Region und die Beschäftigten.
Quellen
