Der Begriff Dow Jones STOXX begegnet Anlegern vor allem in älteren Texten und Charts. Dahinter verbirgt sich die frühere Bezeichnung der europäischen STOXX-Indexfamilie, die heute schlicht unter dem Namen STOXX geführt wird. Wer die Geschichte und den Aufbau dieser Indizes kennt, versteht einen der wichtigsten Maßstäbe für den europäischen Aktienmarkt.
Woher kommt der Name Dow Jones STOXX?
Die STOXX-Indizes wurden Ende der 1990er-Jahre gemeinsam von mehreren Börsenbetreibern und dem US-Finanzdatenhaus Dow Jones ins Leben gerufen. Deshalb trugen sie zunächst den Doppelnamen „Dow Jones STOXX“. Nachdem sich die Eigentümerstruktur änderte und Dow Jones ausstieg, wurde der Zusatz gestrichen. Aus dem „Dow Jones STOXX 600“ wurde der heutige STOXX Europe 600. Inhaltlich blieb der Index derselbe, nur der Name wurde vereinfacht.
Der STOXX Europe 600 im Überblick
Der STOXX Europe 600 ist der bekannteste Vertreter der Familie. Er umfasst 600 Unternehmen aus einer Vielzahl europäischer Länder und bildet damit einen sehr breiten Querschnitt des europäischen Aktienmarkts ab. Anders als reine Landesindizes wie der DAX deckt er große, mittlere und kleinere Unternehmen aus verschiedenen Volkswirtschaften ab. Dadurch gilt er als einer der aussagekräftigsten Barometer für die Verfassung der europäischen Wirtschaft.
Wie ist der Index aufgebaut?
Die Zusammensetzung folgt klaren Regeln. Berücksichtigt werden Unternehmen aus zahlreichen europäischen Ländern, gewichtet nach ihrer Marktkapitalisierung im Streubesitz. Größere Unternehmen haben also ein höheres Gewicht als kleinere. Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft und angepasst, damit der Index den Markt realistisch widerspiegelt. Neben dem breiten 600er-Index gibt es zahlreiche Unterindizes, etwa nach Ländern, Branchen oder Unternehmensgröße.
Die wichtigsten Mitglieder der STOXX-Familie
- STOXX Europe 600: der breite Gesamtmarkt mit 600 Titeln.
- EURO STOXX 50: die 50 größten Unternehmen der Eurozone, oft als europäisches Gegenstück zum US-Leitindex bezeichnet.
- Branchen- und Länderindizes: feinere Unterteilungen, die gezielte Investments ermöglichen.
Vor allem der EURO STOXX 50 ist vielen Anlegern als Referenz für die größten Börsenkonzerne der Eurozone geläufig.
Warum der Index für Anleger wichtig ist
Für Privatanleger ist der STOXX Europe 600 vor allem als Basis für ETFs interessant. Zahlreiche kostengünstige Indexfonds bilden ihn nach und ermöglichen es, mit einem einzigen Produkt breit in den europäischen Aktienmarkt zu investieren. Wer sein Portfolio nicht nur auf die USA oder Deutschland ausrichten will, findet hier eine einfache Möglichkeit, den europäischen Kontinent abzudecken. Der Index dient außerdem als Vergleichsmaßstab, an dem sich die Wertentwicklung aktiv gemanagter Europa-Fonds messen lassen muss.
Dow Jones STOXX und der Dow Jones Industrial Average
Wichtig ist die Abgrenzung: Der „Dow Jones STOXX“ hat trotz des Namens nichts mit dem US-amerikanischen Dow Jones Industrial Average zu tun. Letzterer ist ein reiner US-Index mit 30 großen Industrie- und Technologiewerten. Die Namensähnlichkeit stammt allein aus der früheren Beteiligung des Datenhauses Dow Jones an der STOXX-Familie. Wer ältere Quellen liest, sollte diesen Unterschied im Blick behalten, um die beiden nicht zu verwechseln.
Häufige Fragen
Gibt es den Dow Jones STOXX noch?
Unter diesem Namen nicht mehr. Die Indizes heißen heute einfach STOXX, etwa STOXX Europe 600. Inhaltlich sind es dieselben Maßstäbe.
Was ist der Unterschied zum EURO STOXX 50?
Der STOXX Europe 600 deckt 600 Unternehmen aus ganz Europa ab. Der EURO STOXX 50 umfasst nur die 50 größten Konzerne der Eurozone und ist damit deutlich enger gefasst.
Kann ich in den STOXX Europe 600 investieren?
Ja, am einfachsten über einen ETF, der den Index nachbildet. So investierst du mit einem Produkt breit in den europäischen Aktienmarkt.
Die Geschichte der STOXX-Indizes
Die STOXX-Indexfamilie entstand aus dem Wunsch, den europäischen Aktienmarkt mit einem einheitlichen, länderübergreifenden Maßstab abzubilden. Vor ihrer Einführung gab es vor allem nationale Indizes, die den Vergleich über Grenzen hinweg erschwerten. Mit der Einführung des Euro und der zunehmenden Integration der europäischen Märkte wuchs der Bedarf an gemeinsamen Referenzwerten. Die unter dem Namen Dow Jones STOXX gestarteten Indizes füllten diese Lücke und wurden schnell zum Standard für europaweite Vergleiche. Nach dem Rückzug des namensgebenden US-Partners führt der Indexanbieter die Familie heute eigenständig weiter.
STOXX Europe 600 im Vergleich
Um die Bedeutung des STOXX Europe 600 einzuordnen, hilft der Vergleich mit anderen bekannten Indizes. Der DAX bildet nur die größten deutschen Unternehmen ab und ist damit auf eine einzige Volkswirtschaft beschränkt. Der MSCI World umfasst dagegen Industrieländer weltweit, mit einem hohen US-Anteil. Der STOXX Europe 600 liegt dazwischen: Er deckt breit den europäischen Kontinent ab, über viele Länder und Unternehmensgrößen hinweg, ohne außereuropäische Märkte einzubeziehen. Für Anleger, die gezielt Europa abbilden wollen, ist er deshalb der passende Maßstab.
Branchen- und Länder-Subindizes
Die Stärke der STOXX-Familie liegt in ihrer Feingliederung. Aus dem breiten 600er-Index leiten sich zahlreiche Unterindizes ab, etwa für einzelne Branchen wie Banken, Technologie, Gesundheit oder Energie. Daneben gibt es Länder- und Größenklassen-Indizes, die gezielt große, mittlere oder kleine Unternehmen abbilden. Diese Struktur erlaubt es Investoren, sehr präzise Schwerpunkte zu setzen, etwa ausschließlich in europäische Technologiewerte zu investieren, ohne den Rest des Marktes mitzukaufen.
So investierst du per ETF
Der einfachste Weg, in den STOXX Europe 600 zu investieren, führt über einen ETF. Anleger haben dabei die Wahl zwischen ausschüttenden Varianten, die Dividenden regelmäßig auszahlen, und thesaurierenden Varianten, die Erträge automatisch wieder anlegen. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende Fonds oft praktisch, weil der Zinseszinseffekt ohne eigenes Zutun wirkt. Wichtig sind niedrige laufende Kosten und eine ausreichende Fondsgröße. Mit einem einzigen breit aufgestellten ETF lässt sich so kostengünstig ein großer Teil des europäischen Aktienmarkts abdecken.
Der Index als Konjunkturbarometer
Weil der STOXX Europe 600 einen so breiten Querschnitt abbildet, dient er zugleich als Stimmungsbarometer für die europäische Wirtschaft. Steigt der Index über längere Zeit, deutet das auf Zuversicht der Anleger in die Unternehmensgewinne hin. Fällt er deutlich, spiegelt das oft Sorgen um Konjunktur, Zinsen oder politische Risiken wider. Medien und Analysten nutzen seine Entwicklung deshalb häufig, um die allgemeine Verfassung der europäischen Märkte zu beschreiben.
Chancen und Risiken eines Europa-Investments
Ein Investment in den STOXX Europe 600 bringt eigene Chancen und Risiken mit sich. Zu den Vorteilen zählt die breite Streuung über viele Länder und Branchen, die das Risiko einzelner Volkswirtschaften abfedert. Zudem enthält der Index viele global tätige Konzerne, die ihre Umsätze weltweit erzielen. Auf der Risikoseite steht die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Europas, das mit strukturellen Herausforderungen wie Demografie und uneinheitlicher Politik ringt. Wer ausschließlich europäisch investiert, verzichtet zudem auf das Gewicht wachstumsstarker Märkte außerhalb des Kontinents. Deshalb nutzen viele Anleger einen Europa-ETF nicht allein, sondern als einen Baustein innerhalb eines weltweit gestreuten Depots.
Wie der Index berechnet wird
Hinter einem Index wie dem STOXX Europe 600 steht ein klares Regelwerk. Die Unternehmen werden nach ihrer frei handelbaren Marktkapitalisierung gewichtet, dem sogenannten Streubesitz. Anteile, die fest in den Händen von Großaktionären oder Staaten liegen, bleiben dabei außen vor, weil sie nicht am Markt gehandelt werden. In festen Abständen wird die Zusammensetzung überprüft und angepasst, damit der Index den Markt aktuell abbildet. Unternehmen, die stark an Bedeutung verlieren, können herausfallen, während aufstrebende Firmen aufgenommen werden. Diese regelbasierte Pflege sorgt dafür, dass der Index über die Jahre ein realistisches Bild des europäischen Aktienmarkts bleibt und nicht von veralteten Strukturen geprägt ist.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Wie Indexfonds grundsätzlich funktionieren, erfährst du in unserem Beitrag zu ETFs.
