Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erneut unverändert bei 2,0 Prozent belassen. Diese Entscheidung wurde in der Sitzung des EZB-Rats am 5. Februar 2026 getroffen und markiert die fünfte Zinspause in Folge. Die Stabilität des Leitzinses reflektiert die aktuelle wirtschaftliche Lage im Euroraum und die Einschätzung der EZB hinsichtlich der Inflationsentwicklung.
Hintergrund der Zinspolitik
Seit Juni 2024 hat die EZB ihren Leitzins in mehreren Schritten von 4,0 Prozent auf das aktuelle Niveau von 2,0 Prozent gesenkt. Diese Anpassungen erfolgten vor dem Hintergrund einer rückläufigen Inflation und der Notwendigkeit, die Wirtschaft im Euroraum zu unterstützen. Die jüngste Entscheidung, den Leitzins stabil zu halten, setzt diesen Trend fort und signalisiert eine Phase der Stabilisierung in der Geldpolitik der EZB.
Wirtschaftliche Indikatoren
Inflation im Euroraum
Im Januar 2026 lag die Inflationsrate im Euroraum bei 1,7 Prozent, was unter dem mittelfristigen Zielwert der EZB von 2,0 Prozent liegt. Dieser Wert stellt den niedrigsten Stand seit September 2024 dar und deutet auf eine kontrollierte Preisentwicklung hin. Die EZB erwartet, dass die Inflation im Euroraum mittelfristig bei etwa 2,0 Prozent verbleibt, was als optimal für die wirtschaftliche Stabilität angesehen wird.
Wirtschaftswachstum
Die Wirtschaft im Euroraum zeigt Anzeichen einer leichten Erholung. Die EZB prognostiziert für 2025 ein Wachstum von 1,4 Prozent und für 2026 von 1,2 Prozent. Diese moderaten Wachstumsraten spiegeln die anhaltenden Herausforderungen wider, mit denen die Wirtschaft konfrontiert ist, darunter geopolitische Spannungen und globale Handelskonflikte.
Auswirkungen auf Sparer und Kreditnehmer
Sparer
Trotz der stabilen Leitzinsen haben sich die Konditionen für Sparer verbessert. Anfang 2026 stiegen die Zinsen für Festgeldanlagen auf bis zu 2,49 Prozent, was über dem Niveau des Vorjahres liegt. Diese Entwicklung bietet Sparerinnen und Sparern attraktivere Renditen auf ihre Einlagen.
Kreditnehmer
Für Kreditnehmer bleibt die Situation unverändert. Die stabilen Leitzinsen führen zu konstanten Konditionen für Kredite, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Dies unterstützt die Investitionsbereitschaft und den Konsum im Euroraum.
Ausblick
Die EZB hat in ihrer Mitteilung betont, dass sie sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad festlegt. Die zukünftige Geldpolitik wird flexibel gestaltet, um auf die sich entwickelnde wirtschaftliche Lage reagieren zu können. Angesichts der aktuellen Inflationsentwicklung und des moderaten Wirtschaftswachstums ist jedoch nicht mit kurzfristigen Änderungen der Leitzinsen zu rechnen.
Fazit
Die Entscheidung der EZB, den Leitzins bei 2,0 Prozent zu belassen, reflektiert die aktuelle wirtschaftliche Stabilität im Euroraum. Mit einer Inflationsrate von 1,7 Prozent und einem moderaten Wirtschaftswachstum zeigt die Region Anzeichen einer Erholung. Für Sparer bieten sich durch steigende Festgeldzinsen bessere Renditen, während Kreditnehmer von stabilen Konditionen profitieren. Die EZB bleibt flexibel und wird ihre Geldpolitik weiterhin an die wirtschaftlichen Entwicklungen anpassen.
