Festgeldzinsen steigen wieder: Was Sparer jetzt wissen sollten

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Festgeldzinsen steigen wieder: Was Sparer jetzt wissen sollten

In den letzten Jahren waren die Zinsen für Festgeldanlagen auf einem historischen Tiefstand. Doch seit Mai 2025 ist ein Trend zu steigenden Festgeldzinsen zu beobachten. Diese Entwicklung eröffnet Sparerinnen und Sparern neue Möglichkeiten, ihr Geld gewinnbringend anzulegen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Faktoren zu diesem Anstieg führen, welche Angebote aktuell attraktiv sind und worauf Sie bei der Auswahl einer Festgeldanlage achten sollten.

Ursachen für den Anstieg der Festgeldzinsen

Der Anstieg der Festgeldzinsen ist eng mit den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) verknüpft. Um die Inflation zu bekämpfen, hat die EZB in den vergangenen Jahren mehrfach die Leitzinsen erhöht. Diese Maßnahmen haben die Refinanzierungskosten der Banken beeinflusst, was sich direkt auf die Konditionen für Sparer auswirkt. Obwohl die EZB den Leitzins im Juni 2024 auf 3,75 Prozent gesenkt hat, sind die Auswirkungen auf die Festgeldzinsen moderat geblieben.

Aktuelle Festgeldangebote im Überblick

Trotz der Leitzinssenkung bieten viele Banken weiterhin attraktive Festgeldzinsen an. Beispielsweise liegen die durchschnittlichen Zinsen für zweijährige Festgeldanlagen bei etwa 2,24 Prozent. Allerdings beträgt die Inflation derzeit 2,6 Prozent, sodass der Realzins negativ ist. Dennoch können Sparer von den aktuellen Angeboten profitieren, insbesondere wenn sie größere Summen anlegen können.

Strategien für Sparer: Die Zinstreppe

Eine bewährte Strategie, um von steigenden Zinsen zu profitieren und gleichzeitig flexibel zu bleiben, ist die sogenannte Zinstreppe. Dabei teilen Anleger ihre Summe in mehrere Teilbeträge auf und verteilen diese auf Festgeldanlagen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Beispielsweise könnte ein Betrag von 15.000 Euro in drei Anlagen mit Laufzeiten von 12, 24 und 36 Monaten aufgeteilt werden. Diese Methode ermöglicht es, regelmäßig von neuen Zinssätzen zu profitieren und gleichzeitig auf Teile des Kapitals kurzfristig zugreifen zu können.

Worauf Sparer bei der Auswahl achten sollten

Bei der Auswahl einer Festgeldanlage sollten Sparer folgende Punkte berücksichtigen:

– **Anlagesumme und Laufzeit**: Die Höhe des Anlagebetrags und die gewünschte Laufzeit beeinflussen maßgeblich die Zinshöhe. Größere Summen und längere Laufzeiten führen oft zu besseren Konditionen.

– **Einlagensicherung**: In Deutschland sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Anleger und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Zusätzlich bieten viele Banken freiwillige Einlagensicherungen an, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen.

– **Bankenbewertung**: Es ist ratsam, die Bonität der anbietenden Bank zu prüfen. Banken mit hohen Ratings bieten eine höhere Sicherheit für die Einlagen.

Ausblick: Entwicklung der Festgeldzinsen

Die zukünftige Entwicklung der Festgeldzinsen hängt maßgeblich von den Entscheidungen der EZB ab. Sollte die Inflation weiter sinken, könnte die EZB geneigt sein, die Leitzinsen weiter zu senken, was wiederum die Festgeldzinsen beeinflussen würde. Allerdings ist die EZB bestrebt, die Inflation bei etwa zwei Prozent zu halten, sodass größere Zinssenkungen unwahrscheinlich sind.

Fazit

Die steigenden Festgeldzinsen bieten Sparerinnen und Sparern derzeit attraktive Möglichkeiten, ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Durch die Anwendung von Strategien wie der Zinstreppe und die sorgfältige Auswahl der passenden Angebote können Anleger von den aktuellen Konditionen profitieren und gleichzeitig flexibel bleiben. Es ist jedoch wichtig, die Entwicklungen der EZB und der Finanzmärkte im Auge zu behalten, um rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.


Quellen