Bist du dir bewusst, wie die Performance deiner Investments die Gebühren beeinflusst, die du zahlst? Wenn du in Investmentfonds, Vermögensverwaltungen oder Robo-Advisor investierst, spielt das High-Water Mark-Prinzip eine entscheidende Rolle bei der Berechnung von erfolgsabhängigen Gebühren.
Das High-Water Mark dient als Referenzgröße, um die Performance Fee zu berechnen, eine Vergütung, die nur fällig wird, wenn ein Gewinn für Anleger erzielt wird. Diese Gebühr ist in der Regel zusätzlich zu den fixen Kosten für Verwaltung und Management.
Das Verständnis dieses Prinzips ist wichtig, um die Gebührenstruktur von Finanzprodukten besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen. In diesem Artikel wirst du alles Wichtige über das High-Water Mark-Prinzip erfahren und wie es dich als Anleger schützt.
Was ist ein High-Water Mark im Finanzbereich?
Das High-Water Mark ist ein Konzept, das Fondsmanagern und Anlegern hilft, ihre Interessen zu alignieren. Es stellt sicher, dass Fondsmanager nur dann eine Performance-Gebühr erhalten, wenn sie positive Renditen für das Portfolio erwirtschaften.
Definition und Grundkonzept
Der High-Water Mark ist der höchste Wert, den ein Fonds oder ein Portfolio bisher erreicht hat. Dieses Konzept ist wichtig, weil es sicherstellt, dass Fondsmanager für ihre Leistungen belohnt werden, indem sie diesen Höchstwert übertreffen.
Für dich als Anleger ist das High-Water Mark-Prinzip vorteilhaft, da du nur für tatsächliche Wertsteigerungen deines Portfolios Erfolgsgebühren zahlst.
Bedeutung für Anleger und Fondsmanager
Das High-Water Mark-Prinzip motiviert Fondsmanager, langfristig zu denken und konstant gute Leistungen zu erbringen, um die bisherige High-Water Mark zu übertreffen. Es schafft eine Interessengleichheit zwischen dir und dem Fondsmanager, da beide Parteien von einer guten Rendite profitieren.
- Du profitierst von der Motivation des Fondsmanagers, gute Leistungen zu erbringen.
- Das System stellt sicher, dass du nur für tatsächliche Wertsteigerungen zahlst.
- Für Investoren ist die High-Water Mark bei der Auswahl von Fonds ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.
So funktioniert das High-Water Mark-Prinzip
Wenn du in einen Fonds investierst, der eine Performance Fee erhebt, spielt das High-Water Mark-Prinzip eine entscheidende Rolle. Es stellt sicher, dass Fondsmanager nur für Gewinne belohnt werden, die über den bisherigen Höchststand hinausgehen.
Der Mechanismus hinter der Methode
Das High-Water Mark-Prinzip funktioniert, indem es den Höchststand des Fondsvermögens im Auge behält. Nur wenn der Fonds neue Höchststände erreicht, fällt eine Performance Fee an. Dies bedeutet, dass Verluste ausgeglichen werden müssen, bevor eine neue Gebühr erhoben wird.
Praktisches Beispiel zur Veranschaulichung
Ein Beispiel: Zum Ende der vergangenen Abrechnungsperiode erreichte Investmentfonds X einen neuen Höchststand bei 120 € je Anteil. Die Performance Fee fällt lediglich für Gewinne an, welche die alte High Watermark von 120 € übersteigen. Wenn der Wert auf 130 € steigt, dient die Differenz zwischen neuer und alter High Watermark als Berechnungsgrundlage für die Erfolgsgebühr.
- Stell dir vor, du investierst in einen Fonds mit einer Performance Fee von 15% und einem aktuellen Höchststand von 100€ pro Anteil.
- Wenn der Wert auf 120€ steigt, zahlst du eine Erfolgsgebühr von 15% auf die Differenz von 20€.
- Bei einem Rückgang auf 110€ bleibt die High-Water Mark bei 120€.
- Erst wenn der Wert über 120€ steigt, fällt wieder eine Gebühr an.
Berechnung der Performance Fee mit High-Water Mark
Wenn du als Investor in Fonds investierst, ist es wichtig, die Berechnung der Performance Fee zu verstehen. Die Performance Fee ist eine Gebühr, die Fondsmanager für ihre Leistung erhalten. Sie wird in der Regel auf Grundlage des High-Water Mark-Prinzips berechnet.
Schritt-für-Schritt Berechnungsbeispiel
Die Berechnung der Performance Fee erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird die Wertentwicklung des Fonds während der Abrechnungsperiode ermittelt. Dies geschieht nach der BVI-Methode, bei der die Anteilswerte zu Beginn und zum Ende der Periode verglichen werden.
- Die Abrechnungsperiode beträgt mindestens 12 Monate, wie von der BaFin vorgeschrieben.
- Die Netto-Performance des Fonds wird nach Abzug aller Kosten berechnet.
- Die Performance Fee wird nur fällig, wenn der Fonds eine positive Performance erzielt hat und das High-Water Mark erreicht oder überschritten wurde.
Abrechnungsperioden und ihre Bedeutung
Die Abrechnungsperiode ist ein entscheidender Faktor bei der Berechnung der Performance Fee. Sie definiert den Zeitraum, in dem die Performance des Fonds bewertet wird. In Deutschland beträgt diese Periode in der Regel zwölf Monate, beispielsweise vom 1. Oktober bis zum 30. September des folgenden Jahres.
Für dich als Investor ist es wichtig zu verstehen, dass die Länge und der Beginn der Abrechnungsperiode die Performance Fee beeinflussen können. Manche Fonds haben unterschiedliche Abrechnungsperioden, was den Vergleich zwischen verschiedenen Angeboten erschweren kann.
Alternative Methoden zur Performance-Gebührenberechnung
Wenn du als Anleger in Fonds investierst, ist es wichtig, die verschiedenen Methoden zur Berechnung der Performance-Gebühr zu verstehen. Neben dem High-Water Mark-Prinzip gibt es alternative Ansätze, die Fondsmanager und Anleger nutzen können.
Das Benchmark-Modell
Das Benchmark-Modell ist eine gängige Alternative zur Performance-Gebührenberechnung. Hierbei wird die Leistung des Fondsmanagers mit einer vordefinierten Benchmark verglichen. Die Performance-Gebühr wird nur fällig, wenn der Fonds die Benchmark übertrifft.
Ein Beispiel dafür ist die Verwendung eines Aktienindex als Benchmark. Wenn der Fonds besser abschneidet als der Index, erhält der Manager eine Erfolgsgebühr.
| Modell | Beschreibung | Performance-Gebühr |
|---|---|---|
| Benchmark-Modell | Vergleich mit einer Benchmark | Bei Übertreffen der Benchmark |
| Hurdle-Rate-Methode | Mindestrendite erforderlich | Bei Erreichen der Hurdle-Rate |
Die Hurdle-Rate-Methode
Die Hurdle-Rate-Methode ist eine weitere Alternative. Hierbei muss das Fondsmanagement eine vorab definierte Mindestrendite oder Minimalverzinsung erreichen, um eine Performance-Gebühr zu erhalten.
Als Anleger solltest du wissen, dass diese Methode sicherstellt, dass du nur für überdurchschnittliche Leistungen bezahlst. Die Hurdle-Rate kann beispielsweise bei 5% pro Jahr liegen.
- Bei der Hurdle-Rate-Methode zahlst du als Anleger nur dann eine Performance-Gebühr, wenn dein Investment eine vorab festgelegte Mindestrendite übertrifft.
- Diese Methode stellt sicher, dass du nur für Leistungen bezahlst, die über einer bestimmten Schwelle liegen.
Vor- und Nachteile des High-Water Mark-Prinzips
Wenn du als Anleger in Fonds investierst, ist es entscheidend, die Vor- und Nachteile des High-Water Mark-Prinzips zu verstehen. Dieses Prinzip beeinflusst direkt die Performance-Gebühren, die Fondsmanager erhalten.
Vorteile für dich als Anleger
Ein wesentlicher Vorteil des High-Water Mark-Prinzips ist, dass es Fondsmanager dazu anreizt, im besten Interesse der Anleger zu handeln. Da sie erst eine Performance-Gebühr erhalten, wenn sie die vorherigen Verluste ausgeglichen haben, fördert es eine verantwortungsvolle Anlagepolitik.
Potenzielle Nachteile und Risiken
Es gibt jedoch auch potenzielle Nachteile und Risiken. Du solltest beachten, dass Vermögensverwalter unter Umständen höhere Risiken eingehen könnten, um die High-Water Mark zu übertreffen. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Fondsmanager nach längeren Verlustphasen ihre Strategie radikal ändern könnten.
- Ein potenzielles Risiko für dich als Investor besteht darin, dass Fondsmanager ihre Strategie ändern könnten, um die High-Water Mark zu erreichen.
- Wenn ein Fonds weit unter seiner High-Water Mark liegt, könnte das Management die Motivation verlieren.
Darüber hinaus solltest du wissen, dass manche Fonds nach anhaltenden Verlusten geschlossen und neu aufgelegt werden, um eine neue High-Water Mark zu setzen. Ein weiteres Risiko ist, dass trotz High-Water Mark die Grundgebühren des Fonds weiterhin anfallen, auch wenn keine Performance Fee erhoben wird.
Robo-Advisor und Fonds mit High-Water Mark
Wenn du in Robo-Advisors oder Fonds investierst, ist es wichtig, das High-Water Mark-Prinzip zu verstehen. Dieses Prinzip beeinflusst, wie Performance-Gebühren berechnet werden.
Beispiele bekannter Anbieter
Ein Beispiel für einen Anbieter, der das High-Water Mark-Prinzip nutzt, ist Estably mit ihrem Modern Value 60. Dieser investiert 60 Prozent in Aktien und 40 Prozent in Anleihen. Die All-in-Kosten bei Estably betragen 1,2 Prozent pro Jahr, wenn du die Baader Bank als Depotbank wählst, und 1,5 Prozent, wenn du dich für die Liechtensteinische Landesbank entscheidest.
Die Mindestanlagesumme variiert je nach gewählter Depotbank – 20.000 € bei der Baader Bank und 50.000 € bei der Liechtensteinischen Landesbank. Estably berechnet zusätzlich eine Performance Fee von 10 Prozent, die sich am High-Water Mark-Prinzip orientiert.

Gebührenstrukturen im Vergleich
Beim Vergleich von Robo-Advisors und Fonds solltest du sowohl auf die Grundgebühren als auch auf die Performance Fees achten. Typischerweise liegen die Grundgebühren zwischen 0,5% und 1,5% pro Jahr, während die Performance Fees meist zwischen 10% und 20% betragen.
Manche Anbieter berechnen eine All-in-Fee, die alle Kosten abdeckt, plus eine zusätzliche Performance Fee. Die Gebührenstrukturen können je nach Anbieter stark variieren. Achte besonders auf die Kombination aus festen Kosten und erfolgsabhängigen Gebühren. Bei einigen Anbietern sinken die prozentualen Gebühren mit steigendem Anlagevolumen, was für größere Investments vorteilhaft sein kann.
Warum du den High-Water Mark verstehen solltest
Das Verständnis des High-Water Mark-Prinzips ist entscheidend für jeden Investor, der seine Investments vollständig durchschauen möchte. Als Anleger solltest du wissen, wie Fondsmanager und Vermögensverwalter vergütet werden und welche Anreize sie haben.
Das High-Water Mark-Prinzip sorgt dafür, dass Fondsmanager erst dann eine Erfolgsgebühr erhalten, wenn sie vorherige Verluste ausgeglichen haben. Die BaFin schreibt vor, dass bei der Berechnung der Erfolgsgebühr die Verluste der vergangenen fünf Jahre berücksichtigt werden müssen. Zudem wird die Erfolgsgebühr auf Grundlage der Netto-Performance des Fonds berechnet, d.h. die jährlichen Kosten sind vorher abgezogen.
Durch das Verständnis dieses Prinzips kannst du besser beurteilen, ob die Management-Kosten deiner Investments in einem angemessenen Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen. Zudem kannst du Fonds mit unterschiedlichen Gebührenmodellen fair vergleichen und die für dein Investment optimale Lösung finden.
