Siemens Energy steigert Gewinn erheblich – Windkraftbereich bleibt problematisch

UZ

Siemens Energy hat im vergangenen Geschäftsjahr einen bemerkenswerten Gewinnsprung erzielt und damit seine finanzielle Stabilität unter Beweis gestellt. Trotz dieses Erfolgs bleibt der Windkraftbereich, insbesondere die Tochtergesellschaft Siemens Gamesa, ein Sorgenkind für den Konzern. Die anhaltenden Herausforderungen in diesem Segment werfen einen Schatten auf die insgesamt positive Entwicklung des Unternehmens.

Finanzielle Entwicklung von Siemens Energy

Gewinnsteigerung im Gesamtunternehmen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte Siemens Energy einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro verzeichnen, was den höchsten Jahresgewinn in der Unternehmensgeschichte darstellt. Dieser Erfolg wurde maßgeblich durch die starken Leistungen in den Bereichen Gas und Netztechnik getragen. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 39 Milliarden Euro, und der Auftragseingang erhöhte sich um 19 Prozent auf 59 Milliarden Euro. Für das kommende Jahr prognostiziert der Konzern einen weiteren Gewinnanstieg auf 3 bis 4 Milliarden Euro.

Herausforderungen im Windkraftgeschäft

Trotz der positiven Gesamtentwicklung bleibt das Windkraftgeschäft ein Problemfeld für Siemens Energy. Die Tochtergesellschaft Siemens Gamesa hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 4,6 Milliarden Euro erwirtschaftet, was den größten Verlust in der Unternehmensgeschichte darstellt. Ursachen hierfür sind unter anderem Qualitätsprobleme bei Onshore-Windanlagen, gestiegene Kosten und Anlaufprobleme bei neuen Offshore-Turbinen.

Strategische Maßnahmen und Ausblick

Sanierungsplan für Siemens Gamesa

Um die Herausforderungen im Windkraftgeschäft zu bewältigen, hat Siemens Energy einen umfassenden Sanierungsplan für Siemens Gamesa entwickelt. Dieser sieht unter anderem Investitionen in Europa und den USA vor, um das Onshore-Geschäft wiederzubeleben. Zudem plant der Konzern, durch eine Vereinfachung der Struktur bei Siemens Gamesa bis zum Geschäftsjahr 2025/26 rund 400 Millionen Euro einzusparen.

Prognose für das Windkraftgeschäft

Trotz der eingeleiteten Maßnahmen erwartet Siemens Energy für das Geschäftsjahr 2024/25 einen weiteren Verlust im Windkraftgeschäft von etwa 2 Milliarden Euro. Der Konzern rechnet jedoch damit, dass Siemens Gamesa im Geschäftsjahr 2026 wieder die Gewinnzone erreichen wird.

Fazit

Siemens Energy hat im vergangenen Geschäftsjahr einen beeindruckenden Gewinn erzielt und seine Marktposition gestärkt. Dennoch bleibt das Windkraftgeschäft, insbesondere die Tochtergesellschaft Siemens Gamesa, ein bedeutendes Sorgenkind. Die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen zeigen erste Erfolge, und der Konzern blickt optimistisch auf die kommenden Jahre. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die geplanten Investitionen und strukturellen Anpassungen dazu beitragen können, die Herausforderungen im Windkraftbereich nachhaltig zu meistern.


Quellen