Fremdemission einfach erklärt: Finanzielle Sicht

UZ

Wie können Unternehmen ihre Wertpapiere erfolgreich am Kapitalmarkt platzieren, ohne selbst das volle Risiko zu tragen? Diese Frage ist für viele Emittenten von großer Bedeutung.

Bei der Emission von Wertpapieren gibt es zwei grundlegende Formen: die Selbstemission und die Fremdemission. Während bei der Selbstemission der Emittent selbst die Platzierung übernimmt, zieht er bei der Fremdemission Spezialisten heran, die über die notwendige Sachkenntnis und Absatzorganisation verfügen.

Du erfährst in diesem Artikel, wie die Fremdemission funktioniert und warum sie für Unternehmen eine attraktive Option zur Kapitalbeschaffung darstellt. Wir erklären dir, wie sich die Fremdemission von der Selbstemission unterscheidet und welche Rolle spezialisierte Finanzinstitute dabei spielen.

Was bedeutet Fremdemission im Finanzwesen?

Im Finanzwesen bezeichnet die Fremdemission die Beauftragung von Banken oder Emissionskonsortien mit der Platzierung von Wertpapieren. Wenn du als Unternehmen Wertpapiere emittieren möchtest, kannst du zwischen Selbstemission und Fremdemission wählen.

Definition und Grundkonzept

Die Fremdemission ist ein Verfahren, bei dem ein Emittent die Platzierung seiner Wertpapiere nicht selbst durchführt, sondern an spezialisierte Finanzinstitute überträgt. Hierbei beauftragst du typischerweise Banken oder ein Emissionskonsortium mit der Platzierung deiner Wertpapiere am Markt.

  • Du überträgst das Platzierungsrisiko auf das Konsortium.
  • Die technische Abwicklung der Emission wird von den Finanzinstituten übernommen.

Unterschied zur Selbstemission

Im Gegensatz zur Selbstemission, bei der du als Emittent das volle Absatzrisiko trägst, kann dieses Risiko bei der Fremdemission auf das beauftragte Konsortium übertragen werden. Die Fremdemission ist besonders für Unternehmen ohne eigene Vertriebsstrukturen für Wertpapiere sinnvoll.

Die verschiedenen Arten der Fremdemission

Die Fremdemission bietet dir verschiedene Arten der Durchführung, die je nach Situation und Zielsetzung variieren können. Wenn du eine Fremdemission planst, ist es wichtig, die richtige Methode für deine Bedürfnisse zu wählen.

Feste Übernahme durch ein Konsortium

Bei der festen Übernahme kauft das Übernahmekonsortium das gesamte Wertpapierportfolio im eigenen Namen und für eigene Rechnung vom Emittenten. Du erhältst sofort den Kaufpreis, und das Konsortium trägt das volle Absatzrisiko. „Durch die feste Übernahme kann der Emittent das Risiko auf das Konsortium übertragen und erhält sofort Liquidität.“

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Kommissionsweise Übernahme

Die kommissionsweise Übernahme bedeutet, dass das Begebungskonsortium die Wertpapiere im eigenen Namen, aber für deine Rechnung platziert. Hierbei bleibt das Absatzrisiko bei dir als Emittenten. Diese Methode eignet sich, wenn du das Risiko selbst tragen möchtest, aber dennoch die Expertise des Konsortiums nutzen willst.

Geschäftsbesorgungsvertrag

Beim Geschäftsbesorgungsvertrag agiert das Begebungskonsortium sowohl im fremden Namen als auch für fremde Rechnung. Es übernimmt lediglich die technische Abwicklung der Emission. Diese Variante ist besonders geeignet, wenn du die Kontrolle über den Emissionsprozess behalten möchtest, aber dennoch professionelle Unterstützung benötigst.

Durch das Verständnis dieser drei Hauptarten der Fremdemission kannst du die für deine Situation am besten geeignete Methode wählen und die damit verbundenen Kosten- und Risikostrukturen besser verstehen.

Vor- und Nachteile einer Fremdemission

Wenn du als Emittent eine Fremdemission in Betracht ziehst, ist es wichtig, die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen. Eine Fremdemission kann sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringen, die im Folgenden erläutert werden.

Vorteile für den Emittenten

Ein wesentlicher Vorteil der Fremdemission ist, dass du als Emittent keine eigene Kapitalmarkterfahrung oder Vertriebsorganisation benötigst. Das Konsortium oder die Bank übernimmt die technische Abwicklung und den Verkauf deiner Wertpapiere. Dadurch kannst du von der höheren Platzierungskraft der Banken profitieren, wodurch deine Anleihen mehr Investoren erreichen können.

Nachteile und Kostenaspekte

Ein Nachteil der Fremdemission sind die höheren Kosten, die durch Provisionen und Gebühren bei der Beauftragung eines Emissionskonsortiums oder einer Bank entstehen. Zudem kann die Privatplatzierung, obwohl sie in der Strukturierung günstiger ist, zu höheren Zinsen für Investoren führen, da die emittierten Papiere schwieriger weiterveräußerbar sind.

Die Abwägung dieser Vor- und Nachteile ist entscheidend für deine Entscheidung als Emittent. Es ist wichtig, die Kosten und den Nutzen einer Fremdemission sorgfältig zu prüfen, um die beste Lösung für dein Unternehmen zu finden.

Wann ist eine Fremdemission sinnvoll?

Wenn du als Unternehmen eine Fremdemission in Betracht ziehst, solltest du deine Kapitalmarkterfahrung und Vertriebsstruktur für Wertpapiere sorgfältig prüfen. Eine Fremdemission ist besonders sinnvoll, wenn du als Emittent keine oder wenig Erfahrung am Kapitalmarkt hast und keine eigene Vertriebsstruktur für Wertpapiere besitzt.

Für größere Emissionsvolumina ist die Fremdemission oft die bessere Wahl, da Banken und Emissionskonsortien über die nötige Platzierungskraft verfügen, um große Mengen an Wertpapieren zu verkaufen. Bei kleineren Emissionsvolumina könnte hingegen eine Privatplatzierung oder eine Kombination aus Selbstemission und gezielter Bewerbung über spezialisierte Plattformen für dich kostengünstiger sein.

Du solltest also deine Unternehmensgröße, deinen Finanzierungsbedarf und deine Kapitalmarkterfahrung berücksichtigen, um die richtige Entscheidung zwischen Selbst- und Fremdemission zu treffen. Die Kombination von Selbstemission, Begebung über Kapitalmakler und Bewerbung der Emission über Anleihen-Finder ist für Mittelständler ohne Kapitalmarkterfahrung eine geeignete Vorgehensweise.